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Fragenkatalog als Entscheidungshilfe

Fragenkatalog als Entscheidungshilfe 

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Sehr geehrte Eltern,

im Verlauf der 4. Klasse sind die Weichen für den weiteren Bildungsweg Ihres Kindes zu stellen. Die endgültige Entscheidung über diesen Weg liegt bei Ihnen. Möglicherweise haben Sie dabei für Ihr Kind an die Schulform Gymnasium gedacht. Nach § 8 AO-GS berät die Klassenlehrerin/der Klassenlehrer –in der 4. Klasse– die Eltern in einem persönlichen Gespräch über die weitere schulische Förderung des Kindes.

Dieses Merkblatt kann Ihnen helfen zu klären, ob das Gymnasium für Ihr Kind als geeignete Schulform in Frage kommt. Dies kann man mit verhältnismäßig hoher Wahrscheinlichkeit annehmen, wenn Sie die folgenden 12 Fragen ohne größere Bedenken mit JA beantworten können.

Für Ihre Entscheidung über den weiteren Bildungsgang Ihres Kindes empfehlen wir aber eindringlich, dass Sie ausführlich mit den Grundschullehrerinnen und –lehrern Ihres Kindes Rücksprache nehmen, denn diese kennen Ihr Kind bestens aus dem schulischen Alltag.

  1. Kann Ihr Kind mindestens 20 Minuten lang einem Unterrichtsabschnitt folgen, in dem Neues vermittelt, durch Anschauung und Beispiele illustriert und durch Rückfragen von Schülern und Lehrern geklärt wird? (Konzentrationsfähigkeit, gute Auffassungsgabe)

  2. Kann Ihr Kind eine aus dem Unterricht erwachsene und an der Tafel notierte Hausaufgabe verstehen, ggf. mit Nachfrage, korrekt abschreiben und zu Hause selbstständig lösen? (Fähigkeit des korrekten Abschreibens, Selbstständigkeit)

  3. Bei der Besprechung bestimmter Hausaufgaben werden die Ergebnisse oder Lösungen an der Tafel notiert. Kann Ihr Kind in diesen Fällen die Aufzeichnungen im eigenen Heft mit den Tafelnotizen vergleichen und evtl. Fehler berichtigen? Fragt es bei Unklarheiten nach? (Streben nach Klarheit und Richtigkeit)

  4. Ist Ihr Kind in der Lage, eine Aufgabe in vorgegebener Zeit zu lösen, z.B. bei einer Klassenarbeit? (angemessenes Arbeitstempo)

  5. Hat Ihr Kind vielfältige Interessen (Lesen, Basteln, sich um ein Haustier kümmern, Sport, Musizieren, Computer u.a.)? Sucht es von sich aus Informationen in altersgemäßen Sachbüchern oder Nachschlagewerken? Stellt es von sich aus im Unterricht Fragen? (Neugier, Interessenvielfalt)

  6. Kann Ihr Kind erläuterte Gesetzmäßigkeiten (z.B. Regeln der Mathematik oder Sprachlehre) wiederholen, auch vereinfacht und mit eigenen Worten, und in einer folgenden Übungsphase Aufgaben zu dem betreffenden Gebiet lösen? (Abstraktions- und Transferfähigkeit)

  7. Beherrscht Ihr Kind das kleine Einmaleins und kann es die vier Grundrechenarten in Textaufgaben anwenden? (Fähigkeit, Fragestellungen zu erkennen und Lösungswege zu suchen)

  8. Kann Ihr Kind bei Geld, Längenmaßen, Gewichts- und Zeitangaben kleinere und größere Einheiten unterscheiden und umrechnen (Cent ? Euro, cm ? m, g ? kg, Sekunde ? Minute ? Stunde)? (Fähigkeit, zwischen über- und untergeordneten Kategorien zu unterscheiden)

  9. Kann Ihr Kind Hauptwörter, Tätigkeitswörter und Eigenschaftswörter unterscheiden und z.B. in einem Text diese Wörter mit der jeweils gleichen Farbe kennzeichnen? (Fähigkeit, zwischen einzelnen Elementen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu erkennen)

  10. Sind die Leistungen in der Rechtschreibung im Rahmen des geübten Wortschatzes nach fachlich üblichen Anspruchstabellen im Allgemeinen gut? (Grundlagen der schriftlichen Kommunikation)

  11. Vermag Ihr Kind die einzelnen Ereignisse eines persönlichen Erlebnisses oder einer gehörten oder gelesenen Geschichte zeitlich richtig geordnet zu erzählen? Vermag es die Einzelbilder einer zerlegten Bildgeschichte sinnvoll zu ordnen und die Geschichte dann sprachlich wiederzugeben? (Erfahrenes und Wahrgenommenes geordnet darstellen, unter Berücksichtigung der Strukturierungsprinzipien Chronologie und Kausalität)

  12. Kann Ihr Kind altersgemäße Texte flüssig lesen und in häuslicher Arbeit auswendig lernen? (Merkfähigkeit, Voraussetzungen für die Anfangsphase des Fremdsprachenunterrichts)

Wenn Sie selbst oder die Grundschullehrerinnen oder -lehrer Ihres Kindes diese Fragen ohne zu große Einschränkungen an dem einen oder anderen Punkt mit JA beantworten konnten, ist das Gymnasium für Ihr Kind eine mögliche Schulform, andernfalls sollten Sie für Ihr Kind eine andere Schulform wählen.

Bedenken Sie dabei:

Mit der Durchlässigkeit im nordrhein-westfälischen Schulwesen ist keine Entscheidung endgültig. Ein Überwechseln in einen „höheren“ Bildungsgang oder sogar auf eine andere Schulform ist auch später noch möglich.

Und bedenken Sie vor allem:

Wählen Sie für ihr Kind eine Schulform,

- in der es sich gefordert fühlt,

- in der es aber auch nicht überfordert ist und Chancen für Erfolgserlebnisse hat.

Wir hoffen Ihnen mit diesen Anhaltspunkten einige Hinweise gegeben zu haben, die Ihre Entscheidung erleichtern.

Mit den besten Wünschen für eine gute Wahl zum Wohl Ihres Kindes

Ihre Lehrerinnen und Lehrer von Verbundschule/Gymnasium Hille


 
© 2008 Verbundschule der Gemeinde Hille