| Bläserklasse |
Bläserklasse an der Verbundschule HilleVerbundschule Hille und Musikschule HilleEin musikpraktisches Kooperationsprojekt für Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6.
Informationen Eine Bläserklasse ist eine musikpraktisch akzentuierte Form des Musikunterrichts in Klasse 5 und 6, die sich in Nordamerika und Japan seit langen Jahren großer Beliebtheit erfreut und in Deutschland seit Mitte der 90er Jahre in etwa 2000 Klassen erfolgreich praktiziert wird. Bläserklassen ermöglichen Kindern einen unkomplizierten, motivierenden und kostengünstigen Einstieg in die Musik. Hier finden Sie Antworten zu den wichtigsten Fragen, die im Zusammenhang mit dem Bläserklassen-Projekt auftauchen können. Es geht um folgende Themen:
Warum sollten Kinder überhaupt ein Musikinstrument lernen? Neben der Tatsache, dass es den meisten Kindern einfach Spaß macht, ein Instrument spielen zu können und damit in einem Ensemble mitzuwirken, betont die musikpädagogische Forschung in den letzten Jahren immer stärker, dass das Instrumentalspiel einen sehr positiven Einfluss auf die allgemeine Persönlichkeitsentwicklung und die Entwicklung der Intelligenz der Kinder hat. „Musizieren … fördert Konzentration und Kommunikation. Dabei … ist es besonders wichtig, selbst aktiv zu werden…. Kinder, die ab dem sechsten Lebensjahr kontinuierlich zwei Stunden Musikunterricht in der Woche haben, dazu ein Instrument lernen und es in einem Ensemble spielen, könnten nach drei Jahren ihre Intelligenzleistungen und vor allem das räumliche Vorstellungsvermögen verbessern, folgert der Musikpädagoge Hans Günther Bastian aus einer Langzeitstudie an Grundschülern.“1
Welche Vorteile bietet die Bläserklasse? Im Gegensatz zu dem „klassischen“ Einzel-Instrumentalunterricht werden in einer Bläserklasse viele Probleme des Anfangs-Einzelunterrichts vermieden, denn
Neben diesen pädagogischen Pluspunkten bietet die Bläserklasse auch erhebliche organisatorische und finanzielle Vorteile:
Welche Voraussetzungen sollten die Schüler mitbringen? Die Kinder brauchen eigentlich keine besonderen Voraussetzungen – es schadet aber auch nicht, wenn sie schon musikalische Vorerfahrungen haben. Wichtig ist ein gutes Gehör mit der Fähigkeit, verschiedene Tonhöhen sicher zu unterscheiden und nachzusingen. Außerdem sollten die Kinder einfache Rhythmen richtig erfassen und nachklatschen können. Diese Fähigkeiten erwerben sich viele Kinder im Grundschulalter ganz nebenbei, z. B. durch das Singen in der Schule oder zu Hause. Außerdem wünschen wir uns von den Schülerinnen und Schülern die Bereitschaft sich zu engagieren und nicht nur in der Schule sondern auch zu Hause Zeit zu investieren, denn man erlernt ein Instrument nur, wenn man auch regelmäßig übt. Von Elternseite ist kein musikalisches Fachwissen nötig, um die Kinder zu unterstützen, aber für den Anfang ein wenig Toleranz, wenn die ersten Töne auf dem Instrument noch nicht so perfekt klingen.
Die Wahl des richtigen Blasinstruments Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass alle Kinder, soweit sie nicht unter schweren Schädigungen der Atemorgane leiden, ein Blasinstrument - aber nicht jedes Blasinstrument! - erlernen können. Entscheidend für den Lernerfolg, und damit auch für die anhaltende Freude der Kinder an ihrem Instrument, ist die Wahl des richtigen Blasinstruments. Ob es einem Kind überhaupt gefallen würde, ein Blasinstrument zu spielen, kann es am besten durch Ausprobieren herausfinden. Die Kinder sollten sich aber darüber im klaren sein, dass es bei Blasinstrumenten eine Weile dauert, bis ein annehmbarer Ton produziert werden kann - das geht natürlich am Klavier schneller. Der Wunsch, ein bestimmtes Musikinstrument zu erlernen, entsteht bei Kindern häufig aus Gründen, die stark vom sozialen Umfeld abhängen, z. B.:
In der Bläserklasse wird versucht, diese Wünsche durch sachbezogene Gründe entweder zu verstärken oder zu verändern. Zum einen spielt natürlich die körperliche Eignung des Kidnes eine Rolle (z.B. Körpergröße, Zahnstellung,…). Zum anderen wollen wir einen ordentlichen Orchesterklang gewährleisten, bei dem die verschiedenen Instrumente (Querflöte, Klarinette, Saxophon, Trompete, Waldhorn, Posaune, Bariton) in einem sinnvollen Verhältnis vertreten sein müssen. Und auch, wenn viele Kinder vielleicht Querflöte oder Trompete spielen möchten, macht es in einem Orchester keinen Sinn, zu viele Instrumente von einer Instrumentengruppe zu haben. Dies führt zu einer gewissen Einschränkung der Wahlmöglichkeiten. Wir beugen dem vor, indem die Schüler an einem Schnuppernachmittag alle Instrumente unter Anleitung der Instrumentallehrer ausprobieren und dann drei Wunschinstrumente angeben, von denen sie auch eins bekommen.
Organisation des Instrumentalunterrichts Die Schülerinnen und Schüler der Bläserklasse erlernen im Musikunterricht der Klassen 5 und 6 in jeweils einer Wochenstunde bei Instrumentallehrern der Musikschule Hille ihr Orchesterblasinstrument. In den übrigen zwei Wochenstunden wird von Lehrern der Verbundschule der Musikunterricht als Orchester-Unterricht erteilt.
Fortführungsmöglichkeiten Da es unser Ziel ist, ein Schul-Orchester aufzubauen, das bei den verschiedensten Gelegenheiten (z.B. Einschulung des 5. Jahrgangs, Weihnachtskonzert, …) zu hören ist, können - nein: sollen! die Kinder ab Klasse 7 weitermachen. Sie sollten sich dann allerdings nach Möglichkeit ein eigenes Instrument kaufen und weiterhin Instrumentalunterricht nehmen. Daneben stehen den Kindern auch verschiedene Ensembles der Verbundschule und der Musikschule offen.
Literatur und CD-Tipps
Bastian, Hans-Günther: Musik(erziehung) und ihre Wirkung. Eine Langzeitstudie an Berliner Grundschulen. Mainz: Schott-Verlag, 2000 (Umfassende Darstellung der positiven Auswirkungen verstärkten Musikunterrichts; schlagwortartige Zusammenfassungen davon finden sich in seit Frühjahr 2000 in vielen Medien, so z. B. in: Neis, Patricia: Doping fürs Gehirn. In: Der Spiegel 40/2000, S. 316)
Dickreiter, Michael: Musikinstrumente. Moderne Instrumente - Historische Instrumente - Klangakustik. Kassel: Bärenreiter-Verlag 1994. (Eine knappe, aber dennoch umfassende und präzise Instrumentenkunde) Ben-Tovim, Atarah/Boyd, Douglas: Das richtige Instrument für unser Kind. Der praktische Ratgeber für Eltern und Lehrer. Zürich: Albert Müller Verlag, 1986. (Man sollte nicht alles völlig ernst nehmen, was hier über Instrumente und die Charakteristika ihrer Spieler behauptet wird. Hilfreich an diesem Buch ist aber, dass versucht wird, die Instrumente den verschiedenen körperlichen, geistigen und persönlichen Eigenschaften von Kindern zuzuordnen.)
Yehudi Menuhin erklärt die Instrumente des Orchesters. EMI 7 698162. (Alle Instrumente des klassischen Orchesters werden mit charakteristischen Klangbeispielen vorgestellt.) Vom Tuten und Blasen. (Reihe: Das große Abenteuer Musik Folge 8, mit Rolf Zuckowski). Philips 432 465-2. (Klangbeispiele mit Erläuterungen zu den Blechblasinstrumenten
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Schelp. Sarah: Macht Musik! Wer ein Instrument lernt, kommt besser
durchs Leben. Aber warum nur weiß |