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Stufenfahrt der Q2

Eintrag vom 2. Februar 2026

Schon seit Wochen haben wir uns auf unser letztes großes, gemeinsames Erlebnis gefreut: unsere Abschlussfahrt nach Italien, Peschiera del Garda. Und jetzt war es endlich so weit.

Am 06.10.2025 erreichten wir unseren Campingplatz Bella Italia nach ungefähr 15 Stunden Busfahrt, einer anstrengenden, schlaflosen Nacht und mit unserem Busfahrer Jens, der sich später als kamikazehafter Fahrer entpuppte.  Am ersten Tag bezogen wir unsere eigenen Mobile Homes und machten es uns, wenn es auch etwas eng war, gemütlich. Die Betten waren etwas gewöhnungsbedürftig, wobei einige zu groß für die Betten waren, sodass ihre Füße aus dem Bett herausschauten oder man aus dem Bett fiel, sobald man sich umdrehte. Nach der kleinen Pause haben wir einen gemeinsamen Spaziergang am Gardasee gemacht, wobei wir unseren Campingplatz weiter entdeckten. Kurz darauf sind wir dann bei einem Lidl für die nächsten Tage einkaufen gegangen. Also ging es mit leeren Koffern eine halbe Stunde hin, und dann mit gefüllten Koffern, besonders beliebt bei uns:  Apfelschorle und Johannisbeersaft, wieder eine halbe Stunde zurück. Bei unserem Wetter mit ungefähr 20 Grad und Sonne, einem deutlichen Unterschied zu Deutschland, brachte uns das ordentlich ins Schwitzen. Abends mussten wir uns dann mit dem Gasherd beschäftigen, der uns viele Male Probleme mit dem Feuermelder bereitete. Aber auch den Gasherd haben wir, wie so viele kommende Probleme, überwunden. Am nächsten Tag war es dann endlich so weit, unsere erste Aktivität: ein 15 Kilometer und fünf Stunden langer Wanderweg in 650 Höhenmetern über Stock und Stein (wortwörtlich) getarnt als ein „kleiner, entspannter Spaziergang“ (so unsere Lehrer).

Mit voller Motivation machten wir uns auf den Weg und schon nach den ersten Treppen, die uns gerade mal zum richtigen Anfang des Wanderweges führten, wurde uns klar: Das wird ein sehr anstrengender Tag. Nachdem wir also die ersten Etappen erklommen hatten und am tiefsten Punkt der Wanderung ankamen (wohlgemerkt schon nach etlichen Anstiegen), konnte man sich entscheiden, ob man denselben Weg oder einen etwas schwierigeren Weg zurückgeht. Viele haben sich naiverweise für den etwas schwierigeren Weg entschieden und mussten ihre Entscheidung schon früh bereuen. Erst recht, wenn man auf allen vieren einen gefühlt 90 Grad steilen Abhang erklimmen muss. Nichtsdestotrotz haben wir es alle, außer Herrn Maiers Nerven, heil zurückgeschafft. Zurück am Campingplatz wurde dann bei einem malerischen Sonnenuntergang im Gardasee geschwommen. Nach zwei erlebnisreichen Tagen ging es für uns in die Modemetropole Mailand: Eigenständig konnten wir mit dem Hop-On Hop-Off Bus durch die Stadt fahren und Mailand so in kürzester Zeit erkunden. Dadurch konnten wir die Stadt aus einem besonderen Blickwinkel entdecken! Neben den Stadtrundfahrten hatten wir größtenteils Freizeit. Viele haben die Stadt erkundet, echte italienische Pizza gegessen, Souvenirs geshoppt oder sich einfach nur in einem Park bei Sonnenschein entspannt.

Highlights, die wir fast alle gesehen haben, waren einmal die berühmte Vittorio-Emanuele-Passage und der imposante Dom Mailands. Abends wurde dann erneut im Gardasee geschwommen. Ein weiteres Highlight war das Canyoning, das für viele mit Angst und Unbehagen verbunden war. Canyoning ist eine sportliche Aktivität, bei der man in einer Schlucht schwimmt. Man springt Klippen hinunter, muss sich in Wasserfällen abseilen oder wird mithilfe einer Seilbahn 15 Meter nach unten befördert. Das erste Hindernis war für viele ein Schock: Plötzlich in einem Wasserfall zu sitzen und das ganze eiskalte Wasser ins Gesicht zu bekommen war, besonders nach der Wanderung im heißen Neoprenanzug, eher unangenehm. Nichtsdestotrotz haben alle, auch wenn es viele gab, die sehr viel Angst hatten, das Canyoning gemeistert und ihre Angst überwunden. Sehr fertig ging es dann zurück zu unserem Campingplatz, wobei viele die Busfahrt zum Schlafen genutzt haben. Andere nutzten die Busfahrt aber, um sich über die von Herr Maier geschossenen Fotos lustig zu machen. 🙂 

Jedes noch so unangenehme Foto ist aber ein Highlight! Abends gingen wir gemeinsam Essen und haben den letzten Abend in Peschiera del Garda genossen. Am Abreisetag musste alles geputzt und ordentlich sein, damit der Campingplatz unser Zimmer abnahm. Zusätzlich mussten beide Schlüssel vorhanden sein, was die meisten Zimmer auch hinbekommen haben. Als letzte Aktivität haben wir eine Fahrradtour nach Sirmione, unseren Nachbarort, geplant. Mit schmerzenden Muskeln, Fahrrädern, bei denen die Ketten heraussprangen, und einer Sonne, die uns das Ganze nicht wirklich erleichtert hat, ging es dann also los. Zwei Stunden fuhren wir in der heißen Mittagssonne über Weinberge, und unser eigentlicher Weg, der vorher 23 Minuten betrug, verkürzte sich nach den zwei Stunden Umweg auf ganze 21 Minuten. Nach der ereignisreichen Pause, wobei zwei Schülerinnen mit einem Zaun umfielen, ging es dann endlich in Richtung unseres eigentlichen Ziels. Angekommen, waren alle hungrig, verschwitzt, erschöpft oder alles gleichzeitig. Viele ruhten sich in Restaurants aus, wobei einige die legendäre Eisdiele mit über 70 Sorten suchten. Nachdem sich also alle ausgeruht hatten, ging es gestärkt wieder los. Auch während der Fahrt gab es neben den herausgesprungenen Ketten anderweitige Unfälle, bei denen kurz vor dem Unfall noch gerufen wurde: „Wer bremst, verliert!“. Und auch wenn wir uns den Tag über sportlich betätigt haben, war die Rückfahrt, ähnlich wie die Hinfahrt, schlaflos. In Hille angekommen, waren wir eins: müde, erschöpft und schlapp. Aber auch traurig, dass die Abschlussfahrt so schnell vorbeigegangen war, obwohl man sich seit Monaten darauf gefreut hatte. Auch wenn sie anstrengend war, können wir rückblickend sagen, dass wir uns glücklich schätzen konnten, so eine schöne Abschlussfahrt miterleben zu dürfen.

Lea Niemczewski 

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