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Bläserklasse

Der etwas andere Musikunterricht (Flyer BläserklasseBlaeserklasse)
Verbundschule Hille und Musikschule Hille
Ein musikpraktisches Kooperationsprojekt für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5

Informationen 
Musikunterricht in der Bläserklasse ist Unterricht, der in Form von Klassenmusizieren stattfindet. Schon seit vielen Jahren gibt es Bläserklassen nicht nur in Deutschland, sondern in vielen anderen Ländern. Durch diese Art von Unterricht wird den Kindern ermöglicht, auf unkomplizierte, motivierende und kostengünstige Art einen Einstieg in die Musik zu bekommen.
Hier gibt es Antworten zu den wichtigsten Fragen und Themen, die im Zusammenhang mit dem neigungsdifferenzierten Musikunterricht in der Bläserklasse stehen:

• Warum sollten Kinder überhaupt ein Musikinstrument lernen?
• Welche Vorteile bietet die Bläserklasse?
• Welche Voraussetzungen sollten die Schüler mitbringen?
• Die Wahl des richtigen Blasinstruments
• Organisation des Instrumentalunterrichts
• Fortführungsmöglichkeiten
• Literatur- und CD-Tipps

Warum sollten Kinder überhaupt ein Musikinstrument lernen?

Abgesehen davon, dass viele Kinder gern ein Instrument spielen oder spielen möchten, belegen musikpädagogischen Forschungen, dass das Spielen eines Instruments positiven Einfluss sowohl auf die allgemeine Entwicklung der Persönlichkeit als auch auf die Entwicklung der Intelligenz der Kinder hat, denn Musizieren fördert Konzentration und Kommunikation.
Dabei […] ist es besonders wichtig, selbst aktiv zu werden […]. Kinder, die ab dem sechsten Lebensjahr kontinuierlich zwei Stunden Musikunterricht in der Woche haben, dazu ein Instrument lernen und es in einem Ensemble spielen, könnten nach drei Jahren ihre Intelligenzleistungen und vor allem das räumliche Vorstellungsvermögen verbessern, folgert der Musikpädagoge Hans Günther Bastian aus einer Langzeitstudie an Grundschülern.“

Welche Vorteile bietet die Bläserklasse?

Anders als im „klassischen“ Einzel-Instrumentalunterricht, wie er z.B. an einer Musikschule gelehrt wird, kann der Bläserklassen-Unterricht manche Probleme des Anfangs-Einzelunterrichts vermeiden, denn

  • durch das mehrfache Spielen innerhalb einer Woche gibt es schneller einen Fortschritt am Instrument.
  • durch das Lernen in der Kleingruppe werden die Schüler besonders motiviert. Sie lernen von Anfang an miteinander und helfen sich oft gegenseitig.
  • durch gemeinsame Aktivitäten, wie z. B. die jährliche Musikalische Freizeit oder die verschiedenen Auftritte des Klassenorchesters werden nicht nur musikalische, sondern auch soziale Kompetenzen gestärkt.
  • durch das Ausprobieren der unterschiedlichsten Instrumente wird vor der endgültigen Wahl eine falsche Instrumentenwahl vermieden.
  • durch die Zuhilfenahme der Instrumente sind bestimmte Lerninhalte des Musikunterrichts, wie z.B. Notenlesen, für die Kinder kein Problem.

Daneben gibt es in der Bläserklasse auch organisatorische und finanzielle Vorteile:

  • die Leihinstrumente werden für zwei Jahre durch den Förderverein der Verbundschule Hille zur Verfügung gestellt. Die gezahlte Instrumentenmiete wird beim Kauf des Instruments verrechnet.
  • der Instrumentalunterricht findet in den Räumen der Verbundschule statt, wodurch sich die Kinder zusätzliche Wege sparen.
  • die erfahrenen und engagierten Instrumentallehrer der Musikschule erteilen kostengünstigen Unterricht in Kleingruppen.

Welche Voraussetzungen sollten die Schüler mitbringen?

Die Kinder brauchen keine besonderen Voraussetzungen – es schadet aber auch nicht, wenn sie schon musikalische Vorerfahrungen haben. Wichtig ist ein gutes Gehör mit der Fähigkeit, verschiedene Tonhöhen sicher zu unterscheiden und nachzusingen. Außerdem sollten die Kinder einfache Rhythmen richtig erfassen und nachklatschen können. Diese Fähigkeiten erwerben sich viele Kinder im Grundschulalter ganz nebenbei, z. B. durch das Singen in der Schule oder zu Hause. Außerdem wünschen wir uns von den Schülerinnen und Schülern die Bereitschaft, sich zu engagieren und nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause Zeit zu investieren, denn man erlernt ein Instrument nur, wenn man auch regelmäßig übt.
Zu Hause sind übrigens auch die Eltern gefragt, die zwar kein musikalisches Fachwissen benötigen, die aber ihren Kinder beim Üben unterstützen und ein bisschen Toleranz zeigen sollten, da die ersten Töne auf einem Instrument nicht immer klingen wie erwartet.

Die Wahl des richtigen Blasinstruments

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass alle Kinder, soweit sie nicht unter schweren Schädigungen der Atemorgane leiden, ein Blasinstrument – aber nicht jedes Blasinstrument! – erlernen können. Entscheidend für den Lernerfolg und damit auch für die anhaltende Freude der Kinder an ihrem Instrument ist die Wahl des richtigen Blasinstruments. Ob es einem Kind überhaupt gefallen würde, ein Blasinstrument zu spielen, kann es am besten durch Ausprobieren herausfinden. Die Kinder sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass es bei Blasinstrumenten eine Weile dauert, bis ein annehmbarer Ton produziert werden kann – das geht natürlich am Klavier viel schneller.
Der Wunsch, ein bestimmtes Musikinstrument zu erlernen, entsteht bei Kindern häufig aus Gründen, die stark vom sozialen Umfeld abhängen, z. B.:

  •  Das Instrument ist sehr bekannt und hat ein positives Image.
  • Freunde, Eltern, Vorbilder finden das Instrument auch gut oder spielen es sogar selbst.

In der Bläserklasse wird Wert darauf gelegt, diese Wünsche je nach Voraussetzung entweder zu verstärken oder zu verändern. Zum einen spielt natürlich die körperliche Eignung des Kindes eine Rolle (z.B. Körpergröße, Zahnstellung, etc.). Zum anderen wollen wir einen ausgeglichenen Orchesterklang gewährleisten, bei dem die verschiedenen Instrumente (Querflöte, Klarinette, Saxophon, Trompete, Waldhorn, Posaune, Bariton) in einem sinnvollen Verhältnis vertreten sein müssen. Und auch, wenn viele Kinder vielleicht Saxophon oder Trompete spielen möchten, hat es in einem Orchester keinen Sinn, zu viele Instrumente von einer Instrumentengruppe zu haben. Dies führt zu einer gewissen Einschränkung der Wahlmöglichkeiten. Wir beugen dem vor, indem die Schülerinnen und Schüler während einer Informationsveranstaltung alle Instrumente unter Anleitung der Instrumentallehrer ausprobieren und dann drei Wunschinstrumente angeben. Von diesen drei Wünschen wird einer mit Sicherheit erfüllt.

Organisation des Bläserklassenunterrichts

Alle Kinder unserer Schule sollen die Möglichkeit haben, sich für die Bläserklasse zu entscheiden. Aus diesem Grund werden nur im Musikunterricht Kinder aus Klassen der Gesamtschule und des Gymnasiums gemeinsam unterrichtet.
Der Unterricht der Bläserklasse ist in den Jahrgängen 5 und 6 dreistündig angelegt.
Eine Wochenstunde dient dem Erlernen des Orchesterinstruments Hierbei bekommen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 in Kleingruppen Unterricht von Instrumentallehrern der Musikschule Hille.
Eine weitere Wochenstunde dient dazu, das erlernte Können im gemeinsamen Orchesterunterricht zu vertiefen. Sowohl diese Stunde als auch eine dritte Wochenstunde, die dem „normalen“ Musikunterricht entspricht, wird von einer Lehrkraft der Verbundschule Hille erteilt.

Fortführungsmöglichkeiten

Es ist unser Ziel, ein großes Schul-Orchester aufzubauen, das bei den verschiedensten Gelegenheiten (z.B. Einschulung des 5. Jahrgangs, Abitur-Entlassfeier, Sommerkonzert, …) zu hören ist, deshalb können – nein: sollen! die Kinder ab Klasse 7 weitermachen. Dies geschieht ab dem Schuljahr 2014/2015 durch die Fortführung des Konzepts der Bläserklasse in etwas anderer Form auch in den höheren Jahrgängen. Dabei besteht die Möglichkeit, die zuvor gespielten Instrumente entweder käuflich zu erwerben oder weiterhin durch eine Leihgebühr zu mieten. Der Instrumentalunterricht wird wie zuvor durch Lehrkräfte der Musikschule Hille erteilt und findet weiterhin in den Räumlichkeiten der Verbundschule Hille statt.

 

Literatur und CD-Tipps:

  • Zur Musikerziehung allgemein:
    • Bastian, Hans-Günther: Musik(erziehung) und ihre Wirkung. Eine Langzeitstudie an Berliner Grundschulen. Mainz: Schott-Verlag, 2000 (Umfassende Darstellung der positiven Auswirkungen verstärkten Musikunterrichts; schlagwortartige Zusammenfassungen davon finden sich in seit Frühjahr 2000 in vielen Medien, so z. B. in: Neis, Patricia: Doping fürs Gehirn. In: Der Spiegel 40/2000, S. 316)
  • Zu den Instrumenten:
    • Moderne Instrumente – Historische Instrumente – Klangakustik. Kassel: Bärenreiter-Verlag 1994. (Eine knappe, aber dennoch umfassende und präzise Instrumentenkunde)
    • Ben-Tovim, Atarah / Boyd, Douglas: Das richtige Instrument für unser Kind. Der praktische Ratgeber für Eltern und Lehrer. Zürich: Albert Müller Verlag, 1986. (Man sollte nicht alles völlig ernst nehmen, was hier über Instrumente und die Charakteristika ihrer Spieler behauptet wird. Hilfreich an diesem Buch ist aber, dass versucht wird, die Instrumente den verschiedenen körperlichen, geistigen und persönlichen Eigenschaften von Kindern zuzuordnen.)
  • CDs zur Instrumentenkunde:
    • Yehudi Menuhin erklärt die Instrumente des Orchesters. EMI 7 698162. (Alle Instrumente des klassischen Orchesters werden mit charakteristischen Klangbeispielen vorgestellt.)
    • Vom Tuten und Blasen. (Reihe: Das große Abenteuer Musik Folge 8, mit Rolf Zuckowski). Philips 432 465-2. (Klangbeispiele mit Erläuterungen zu den Blechblasinstrumenten)