„ABIkropolis – Die Götter verlassen den Olymp“
Eintrag vom 20. Juli 2026
Ausgestattet mit Wissen und Erinnerungen, mit einem Kompass und dem Auftrag, Freiheit und Demokratie verantwortungsvoll mitzugestalten, verlassen die „Götter“ den Hiller Olymp.
Mit ihrem Abiturmotto „ABIkropolis – Die Götter verlassen den Olymp“ richteten die 43 Abiturientinnen und Abiturienten der Verbundschule Hille den Blick auf das antike Griechenland und damit auch auf die Wiege der Demokratie. Während der Entlassfeier wurde das Motto immer wieder aufgegriffen: mal humorvoll, mal nachdenklich, stets aber mit Blick auf die gemeinsame Schulzeit und auf das, was nun vor den jungen Erwachsenen liegt.
Angesichts unsicherer Zeiten und gesellschaftlicher Konflikte appellierte Schulleiter Dirk Schubert an die Absolventinnen und Absolventen, Verantwortung für Frieden und Demokratie zu übernehmen und ihre gemeinsame Zukunft aktiv mitzugestalten. Die Werte des Grundgesetzes seien keine Selbstverständlichkeit, sondern müssten im täglichen Miteinander immer wieder mit Leben gefüllt und verteidigt werden. Bei der späteren Zeugnisausgabe verlieh er seinen Worten besonderen Nachdruck. Als Erinnerung daran, dass Freiheit immer auch Verantwortung bedeutet, erhielten die Absolventinnen und Absolventen neben ihrem Abiturzeugnis ein Exemplar des Grundgesetzes.
Eine weitere, zugleich humorvolle Perspektive auf das Abiturmotto eröffnete Oberstufenkoordinatorin Karin Bußmann-Dörnhoff. Trotz aller Unterschiede entdeckte sie einige Parallelen zwischen dem antiken Olymp und Hille.
Besonders eine kräftezehrende Wanderung während der Stufenfahrt am Gardasee wurde zum Sinnbild dafür, dass nicht jeder Weg leichtfällt, Menschen aber gerade an schwierigen Etappen wachsen können. Solche Erfahrungen zeigten, wie wichtig Ausdauer, gegenseitige Unterstützung und die Bereitschaft seien, Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen, so Bußmann-Dörnhoff.
Bildung, so betonte sie, erschöpfe sich nicht im Erwerb von Wissen. Sie ermögliche differenziertes Denken, eigene Urteile und den Blick auf andere Perspektiven. Mit John Rawls’ Gedankenexperiment vom „Schleier des Nichtwissens“ warb auch sie für Gerechtigkeit und gesellschaftliche Verantwortung. Den Abiturientinnen und Abiturienten gab sie mit auf den Weg, mutig und neugierig ihre eigenen Wege zu gehen.

Der Hiller Bürgermeister Andreas Waßmann erinnerte an einen Rat, den er selbst einst erhalten hatte: „Alles hat seine Zeit.“ Er ermutigte die jungen Erwachsenen, sich auszuprobieren, neue Erfahrungen zu sammeln und auch Umwege zuzulassen. Nicht jeder müsse bereits unmittelbar nach dem Abitur einen fertigen Lebensplan vorweisen. Manchmal brauche es Zeit, verschiedene Richtungen zu erkunden, bevor der eigene Weg sichtbar werde. Dass dieser eines Tages zurück in die Heimat und sogar in eine zuvor ungeahnte Position führen könne, verdeutlichte Waßmann anhand seines eigenen Lebenswegs.
Den Glückwünschen schloss sich Schulpflegschaftsvorsitzender Herr Labitzke an und gab dem Jahrgang gute Wünsche für die Zukunft mit auf den Weg.
Für einen unterhaltsamen Blick auf Vergangenheit und Zukunft sorgte Schülersprecher Valentin Steg. In seiner Rede verband er das Motto mit zahlreichen Referenzen zur griechischen Mythologie und zur gemeinsamen Schulzeit. Vertraute Erlebnisse und Personen fanden dabei ihren Platz in der Welt der antiken Götter. Die Wege der Absolventinnen und Absolventen würden nun an ganz unterschiedliche Orte führen – möglicherweise mit der einen oder anderen Zwischenstation, vielleicht sogar bei Hermes.
Stellvertretend für den Abiturjahrgang blickte Alea Tasto auf die vergangenen drei Jahre zurück. Sie verband persönliche Erinnerungen mit Dankesworten und formulierte Wünsche für die gemeinsame Zukunft. Für einen besonderen Moment sorgte ein Flashmob: Alle Abiturientinnen und Abiturienten kamen auf die Bühne und tanzten passend zum Motto gemeinsam einen Sirtaki.
Ein von der Stufe gestaltetes Video ließ anschließend zahlreiche Erlebnisse der Oberstufenzeit wieder lebendig werden. Zum Abschluss verabschiedeten sich die Schülerinnen und Schüler in dem Video auf ganz persönliche Weise, indem sie nacheinander ihre Unterschriften auf der Kameralinse hinterließen.
Alexander Maier und Diana Kirchmann verabschiedeten sich von „ihrer“ Stufe mit Erinnerungen an besondere Eigenheiten, prägende Momente und die gemeinsam verbrachte Zeit. Dabei wurde deutlich, dass gerade die anstrengenden und herausfordernden Erfahrungen im Rückblick häufig zu denjenigen gehören, an die man sich besonders lange erinnert.
Als Symbol für den kommenden Lebensabschnitt wählte die Jahrgangsstufenleitung einen Kompass. Er stehe für die eigenen Werte, biete Orientierung auf noch unbekannten Wegen und erinnere zugleich an die Verbindung zur Heimat und zu den Menschen, die den bisherigen Weg begleitet haben. Wohin es die Absolventinnen und Absolventen auch ziehen wird, der (innere) Kompass soll ihnen helfen, die eigene Richtung nicht aus den Augen zu verlieren.

Musikalisch wurde die Entlassfeier vom Schulorchester „felissimo“ umrahmt. Unter der Leitung von Frau Vehling musizierten Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit aktiven und ehemaligen Lehrkräften. Einen weiteren musikalischen Beitrag gestaltete der Musikkurs der Q1. Unter der Leitung von Frau Kronwald verabschiedete er die Abiturientia mit einem selbst geschriebenen Lied zur Melodie von Mark Forsters „Au revoir“.
Neben den Abiturzeugnissen wurden besondere fachliche und gesellschaftliche Leistungen gewürdigt. Den Social Award der Volksbank in Ostwestfalen erhielt Annemieke Walper für ihr Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit des CVJM und für ihren Einsatz bei der Freiwilligen Feuerwehr. Sie zeigt damit bereits heute, was es bedeutet, Verantwortung für andere zu übernehmen und sich für die Gemeinschaft einzusetzen.
Jeremy Rengel wurde von der Deutschen Mathematiker-Vereinigung für seine besonderen Leistungen im Fach Mathematik ausgezeichnet. Ehrungen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft erhielten Jeremy Rengel, Mira Homann und Ben Schlottmann für ihre Leistungen im Fach Physik.
Als Jahrgangsbeste wurden Lea Niemczewski mit der herausragenden Durchschnittsnote 1,2, Alea Tasto mit 1,3 und Zoé Wolff mit 1,9 geehrt. Bürgermeister Waßmann würdigte ihre besonderen schulischen Leistungen.
Bei bestem Wetter klang der Festakt anschließend mit einem Sektempfang auf dem Schulhof in entspannter Atmosphäre aus.
Autorin: Diana Kirchmann
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